Chrome verbannt Werbeformate

Am 15. Februar 2018 trat ein im Google Chrome Browser integrierter Ad-Blocker in Kraft. Aha, warum schreiben wir einen Newsletter Artikel darüber? Weil wir als Media Dienstleister sehr auf die Sichtbarkeit der Werbeformate angewiesen sind und weil laut der Österreichischen Webanalyse (ÖWA) Browserstatistik vom Jänner 2018, Google Chrome mit 44,2% an erster Stelle steht. Das heißt, fast die Hälfte aller Ins-Internet-Geher/Einsteiger in Österreich den Google eigenen Browser „Chrome“, mobil und/oder stationär, nutzen und somit davon betroffen sind.

Googles Absicht liegt nicht im totalen Ad-Blocking – Werbeeinnahmen stellen für Google und das freie Internet die größte und wichtigste Einnahmequelle dar. Aber wenn man die Internet-Surf-Erfahrung, die Experience, verbessern kann, wird man noch mehr Nutzer anziehen und die Browserstatistik zu seinen Gunsten verändern. Chrome ist übrigens nicht der erste Browser mit einer eingebauten Ad-Blocker Software. Firefox hat schon 2015 eine solches Feature eingebaut.

 

Welche Werbeformate sind davon betroffen?

Dafür müssen wir ein wenig ausholen. Führende Handelsverbände und Unternehmen im Umfeld von Online Medien haben im Herbst 2016 die Vereinigung „Coalition for better ads“ ins Leben gerufen. Mitglieder sind zum Beispiel Google, Facebook, Microsoft, die großen Media Agenturen der GroupM oder OmnicomMediaGroup aber auch Vereine wie der IAB Austria. Das erklärte Ziel ist die Verbesserung der Nutzer-Erfahrungen mit Online Werbung.

Die Koalition entwickelt Werbeformat-Standards für mobile und stationäre Webnutzung in Nordamerika und Europa. Grundlage sind Studien mit über 40.000 Teilnehmern und deren Erfahrungen.

Sie identifizieren anhand einer Reihe von Nutzer-Experience-Faktoren die Werbeformate die am unbeliebtesten bzw. aufdringlichsten sind und unter Umständen damit verhältnismäßig oft eine Ad-Blocker-Installation auslösen.

Identifiziert wurden unter anderem folgende Eigenschaften:

  1. Pop-up
  2. Auto-Playing Video mit Sound
  3. inhaltsüberlappend mit Countdown
  4. Große Sticky-Ads
  5. Werbedichte über 30%

In der Abbildung sehen Sie eine vollständige Grafik der betroffenen Formate.

Wie funktioniert das?

Google identifiziert und benachrichtigt die Websites, die diese geächteten Werbeformate benützen, im Vorfeld über die Konsequenzen im Chrome Browser. Weigern sich die Betreiber der Seiten die Formate zu verbannen, werden nach einer 30tägigen Frist ALLE Werbungen im Chrome Browser blockiert – nicht nur die störenden. Solange, bis man sich an die Spielregeln der „Coalition for better Ads“ hält. Tatsächlich haben bis 12. Februar ca. 42% der identifizierten Webseiten ihre Werbeformate angepasst.

Für den Chrome Nutzer verändert sich nichts. Sollte eine Website aufgesucht werden, deren Werbung von Chrome blockiert wird, erscheint eine Benachrichtigung am Bildschirm – mit der Option die Blockierung auf dem eigenen Gerät aufzuheben. Siehe folgende Abbildung.

Was möchte man damit erreichen?

Man möchte verhindern, dass früher oder später alle Internetnutzer Ad-Blocker installieren. Werbungen bzw. deren Einnahmen ermöglichen erst freie Nutzung, wertvolle Inhalte, unabhängigen Journalismus und soziale Interaktionen im www. Schließlich muss ja irgendwer für all die Arbeit aufkommen. Zielführende und relevante Werbung wird laut Studien auch gern angenommen, aber ein paar schwarze Schafe gibt es immer. Wir werden sehen wie erfolgreich Google und die Coalition for better ads mit diesem Ansatz sein werden.

 

Quellen:

http://www.oewa.at/basic/browserstatistik

https://www.betterads.org/standards/

https://blog.chromium.org/2018/02/how-chromes-ad-filtering-works.html

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